Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

mei marend – eine Brotzeit nicht nur in Tirol

Marend in Tirol

Kennst du den Begriff “Marend“? In Tirol sagen wir Marend und meinen damit einfach eine Brotzeit oder Jause. Laut Österreichischem Wörterbuch bezeichnet die Marend eine Zwischenmahlzeit am Nachmittag.

Woher kommt der Begriff?

Ich habe mich gefragt, wo der Ursprung dieses Wortes liegt und ob es die Marend auch woanders gibt. Was ich herausgefunden habe, möchte ich dir im folgenden erzählen. Wenn du weitere Regionen oder zusätzliche Bedeutungen der Marend kennst, gib mir doch bitte kurz Bescheid. Ich freue mich über jede E-Mail.

Ich habe festgestellt, dass die Marend nicht nur in Tirol bekannt ist. Auch im westlichsten Bundesland Österreichs, in Vorarlberg und in Teilen Salzburgs ist die Marend ein Begriff. Ebenso kennt man sie in Südtirol – mit einem zusätzlichen “e” am Schluss – die Marende: dort besteht diese Mahlzeit traditionellerweise aus Speck, Schüttelbrot und einem Gläschen Wein. In der rätoromanischen Schweiz, heißt die Brotzeit Marenda. Im südlichen Oberbayern, in der Region um Garmisch-Partenkirchen, gibt es die bayerische Version: die Marenn.

Alle dieser Formen von Marend stammen aus dem Lateinischen: “merenda” ist ein Vesperbrot oder Jausenbrot, das zwischen 16:00 und 17:00 Uhr genossen wird. Letztlich ist der Begriff auf “merēre” zurückzuführen – lateinisch für verdienen, also eigentlich “das, was man sich verdienen muss”.

Die Marend ist international

Die Italiener legen mit der Merenda eine kleine Zwischenmahlzeit ein, um die lange Zeit zwischen Mittag- und Abendessen zu überbrücken. Das kann beispielsweise etwas Süßes, oder einfach ein Salami- oder Schinkenbrot sein. Auch in Portugal gibt es die Merenda. In Spanien genießt man nach der Siesta, ca. zwischen 17:00 und 18:30 Uhr die Merienda. Dabei handelt es sich um einen kleinen Nachmittagssnack, der meist aus einer Art Tapa, Früchten oder einer Süßigkeit besteht. Dazu trinkt man Kaffee, Tee oder einem Kakao. Eine lieb gewordene Tradition ist die Merienda auch in Argentinien. Spanische und italienische Einwanderer haben sie dorthin gebracht. Sie besteht aus Toast oder süßem Gebäck, meist begleitet vom argentinischen Nationalgetränk Mate-Tee oder auch von einem café con leche (Milchkaffee). Auch in Chile, Paraguay und Uruguay ist die Merienda bekannt.

In Kroatien versteht man unter Marenda ein zweites Frühstück am späten Vormittag. Wie in vielen Ländern am Mittelmeer fällt das erste Frühstück spartanisch aus. Zur Marenda werden dann deftige kroatische Spezialitäten wie Bohnensuppe mit Speck, marinierte Sardellen oder kalter Braten serviert. Zur Marenda trinkt man Wein mit Wasser verdünnt, damit man den weiteren Arbeitstag bestehen kann.

Sogar auf den Philippinen ist die Meryenda bekannt und beliebt. Die Philippiner haben diese von den Spaniern, übernommen, welche die Philippinen fast fünfhundert Jahre lang kolonisiert haben. Neben den drei Hauptmahlzeiten sind hier zwei Zwischenmahlzeiten am Tag üblich: einmal zwischen Frühstück und Mittagessen und einmal zwischen Mittag- und Abendessen. Bei einer philippinischen Meryenda isst man z.B. Reisbrei, gebratene Bananen oder Nudeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.